Oberbürgermeister verhindert Gay*Com
Montag, 14. August 2017

Oberbürgermeister Reiners verhindert Gay*Com 2017 in Mönchengladbach
Veranstalter weichen nach Düsseldorf aus

Schockiert nimmt Die Linke-AG-Queer in Mönchenhgladbach die Entscheidung der LAG Lesben NRW und des Schwulen Netzwerk NRW zur Kenntnis, die diesjährige Gay*Com 2017 nicht in Mönchengladbach stattfinden zu lassen und nach Düsseldorf auszuweichen.

In der Ratssitzung am 21.09.2016 wurde durch die damalige PiPA-Gruppe ein umfassender Antrag, gemeinsam mit Die Linke, B‘90/Grünen und der FDP eingebracht, die GAY*COM 2017 in die Stadt Mönchengladbach  einzuladen und als Mitveranstalter zu agieren. Leider wurde dieser Antrag seitens des Fraktionsvorsitzenden der SPD, Felix Heinrichs, so „schwammig“ umformuliert, dass die GAY*COM zum Spielball zwischen Verwaltung, vertreten durch OB Reiners und den Koalitionspartnern CDU und SPD wurde und schließlich darin gipfelte, das seitens der SPD-Fraktion ein „Rettungsantrag“ nötig wurde, um den Veranstaltern zumindest die Nutzung des städtischen Logos zu gestatten.

Die mit diesem Minimalkonsenz verbundene Debatte im Rat hat tiefe Gräben innerhalb der GroKo offengelegt. Die SPD-Fraktion glänzt mit einem queerpolitischen Komplettversagen um den Koalitionsfrieden zu wahren, die CDU-Fraktion zeigt, im Jahr 3 nach Gründung des CSD in Mönchengladbach, dass es ihr nicht gelingt klare Positionen zu queerpolitischem Engagement in der Stadt zu entwickeln und der Community ein Politkangebot zu machen. Ganz im Gegenteil!
Sie fällt ausschließlich durch eine rückwärtsgewandte, homofeindliche Gesellschaftspolitik auf.

Gemeinsam haben CDU, SPD und Oberbürgermeister Reiners durch ihr unwürdiges Verhalten im Umgang mit der GAY*COM 2017 in unserer Stadt einen enormen Imageschaden verursacht, der weit in die Community Nordrhein-Westfalens ausstrahlt und für viele ehrenamtlich engagierte Menschen in Vereinen, Verbänden und Institutionen, nicht nur innerhalb unserer Stadt, ein Schlag ins Gesicht darstellt.

Die Geschäftsführerin der LAG Lesben in NRW, Gabriele Bischoff sagt zur Absage an die Stadt Mönchengladbach: „Die GAY*COM ist ein fachlicher Austausch zu LSBTI*- Kommunal-Politik. Da passt es nicht, wenn wir vor Ort das Stadtoberhaupt erst davon überzeugen müssen, Engagierte freundlich zu begrüßen.“

Von der ersten Debatte an hat OB Reiners, der für sich in Anspruch nimmt Oberbürgermeister ALLER Mönchengladbacher zu sein, kein Geheimnis aus seiner Totalverweigerung in Sachen Gaycom gemacht. Dies tat er insbesondere durch seine öffentliche Meinungsbekundung „Ich bin übrigens auch dagegen.“ und unterstrich dies durch seinen schlechten und eines Obs unwürdigen Verhaltens in Richtung der durchführenden Veranstalter.

Christian Ibels, Sprecher der AG-Queer der Linken in Mönchengladbach fordert deshalb:
„Wenn ein Stadtoberhaupt wie OB Reiners dem städtischen Ansehen und Image durch sein Handeln Schaden zufügt, den er eigentlich abwenden soll, dann erwarte ich jetzt von unserem Oberbürgermeister eine sofortige Entschuldigung an die queere Community mit ihren vielen engagierten Menschen, insbesondere aber an die Organisatoren der Gaycom, Schwules Netzwerk NRW und die LAG Lesben in NRW, um den entstandenen Imageverlust der Stadt Mönchengladbach zu minimieren!“

Der Bundestagswahl-Direktkandidat und ebenfalls Sprecher der AG-Queer, Sebastian Merkens kommentiert die Entscheidung der Veranstalter wie folgt:
„Ich bin froh, dass die Veranstalter der Gaycom ein sensibleres Gespür für den unsäglichen Umgang mit queerpolitischen Positionen in unserer Stadt haben. Während der hiesige CSD Verein sich willig in die Rolle eines Feigenblattes dieser unwürdigen Politik fügt, machen die Landesverbände damit deutlich, wo Grenzen einer Demütigung liegen und wie man damit selbstbewusst umgehen kann.“
Abschließend sagt Merkens: „Selbstverständlich sollten der Oberbürgermeister und die Mehrheitsfraktionen mit unangenehmen Fragen zu diesem Fiasko rechnen.“

Sebastian Merkens zur Gleichstellung

 Aus der Austellung zum CSD