Bonin tanzt auch auf Gräbern
Sonntag, 13. August 2017

Sebastian Merkens, Direktkandidat der Linken in Mönchengladbach, ist geradezu schockiert über die leichtfertigen Äußerungen des Planungs- und Baudezernenten Gregor Bonin. Dieser wird in der Rheinischen Post mit den Worten zitiert: „Irgendwann wird das heutige Tagebau-Loch zur touristischen Attraktion für diese Region werden, und dann sind wir ganz nah dran.“[1]
Bei dem Braunkohle-Tagebau handelt es sich um eine der größten Umweltzerstörungen in deren Zuge aktuell noch mehrere tausend Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden. Deutschlandweit ist derzeit von 110.000 Menschen aus 313 Dörfern die Rede, die Haus und Hof aufgeben mussten[2]. „In Anbetracht dieses Leid ist es geradezu zynisch sich auf eine touristische Attraktion vorzubereiten, statt sofort die unnötige Braunkohleverstromung zu beenden“, sagt Merkens.

Weiter wirft Merkens dem CDU-Mann vor, den Bürger*innen mit seiner Schönfärberei die Wahrheit zu verheimlichen: „Das genannte 'Irgendwann' wird nicht vor 2085 sein. Bis dahin müssen sich noch die zukünftigen Generationen in Mönchengladbach mit der erhöhten Feinstaubbelastung abfinden und erleben durch die Absenkung des Grundwasserspiegels schwere Schäden an der Natur. Schon jetzt kämpfen viele Häuslebauer mit RWE um die Übernahme der Kosten für die Beseitigung der Schäden am Eigenheim und auch dies wird noch Jahrzehnte anhalten. Für all die Betroffenen bedeutet dieses 'Irgendwann' nur, dass sie es nicht mehr erleben werden.“

Dazu kommt für Merkens die Ungewissheit: „Mit der Renaturierung wird nie der Ursprüngliche Zustand wieder erreicht. Und so sieht es das derzeitige 'Drehbuch' der Tagebaurandgemeinden auch nicht vor. Vielmehr wird mit dem 'Innovation-Valley' und dem zukünftigen Riesen-See eine Utopie vorgegaukelt, die so nie kommen wird. Alle die sich mit dem Thema befassen wissen, wie verseucht die Böden des Tagebau sind. Wir stehen da vor Problemen, für die wir noch keine Lösung haben. Ganz ähnlich wie bei der Atommüll-Endlagerung.“

Für DIE LINKE ist es wichtig den Menschen diese Wahrheiten zu sagen und sofort den Braunkohletagebau sozialverträglich zu beenden. Wer wie Herr Bonin die Zeit danach schön redet muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er den Tanz auf den Gräbern der verheizten Heimat vorbereitet.

Wahlplakat Merkens am Tagebau

Quelle:

1: Artikel „Grünzug vom Tagebau bis zum JHQ geplant“

2: https://blog.campact.de/2015/08/diese-doerfer-haben-rwe-und-co-verheizt/