Sasserath und Odenkirchen sinnvoll und günstig vor weiterem Verkehr schützen
Mittwoch, 7. Mai 2014

Schon lange leidet der Stadtteil Sasserath unter dem Lieferverkehr zum Regio Park. Um das Jahr 2017 herum wird sich die Situation noch mal drastisch verschärfen, dann fällt wegen dem nahen Tagebau ein Teilstück der A61 weg. Stattdessen wird der Autobahnverkehr vom Kreuz Jackerath über die dann ausgebaute A44 zum Kreuz Holz auf die A46 geleitet und von dort über Kreuz Wanlo wieder auf die A61. „Zu recht wird befürchtet, dass dann so mancher LKW und PKW über die Kölner Straße eine Abkürzung nimmt“, erklärt Torben Schultz, „Doch deswegen über eine südlich von Sasserath gelegene Umgehungsstraße nachzudenken ist falsch. Vielmehr muss jeglicher innerstädtischer Durchgangsverkehr unterbunden werden.“

DIE LINKE hat in einem fast zweiseitigen Papier die Situation erfasst und die möglichen Nutzer der Kölner Straße in Gruppen aufgeteilt. Danach wird die Möglichkeit einer Umgehungsstraße bewertet und ein eigener Lösungsansatz präsentiert. „Die Umgehungsstraße kann schnell zu einer neuen Erschließungsstraße werden. So käme es zu weiterer Flächenversiegelung und noch mehr Verkehr. Vor allem wäre diese Straße nur eine teure parallel Lösung zur geplanten Lenkung des Verkehr über die Autobahn“, meint Schultz, „Unsere sechs Vorschläge sind deutlich günstiger und leisten dabei mehr. Wir machen die Durchfahrt durch Sasserath und Odenkirchen unattraktiv und verhindern damit Lärm und Schadstoffbelastung in der Stadt.“


 

Thesen und Konzepte:

Verkehrsregelung Mönchengladbach Süd im Bereich Sasserath durch Wegfall A61

Ausgangssituation:

Durch den Tagebau Garzweiler ist derzeit ein Teilstück der A44 weggefallen und der zusätzliche Verkehr wird durch die ausgebaute A61 aufgenommen. Um das Jahr 2017 herum werden die A44 und die A61 die Rollen tauschen. Es wird also das A61 Teilstück zwischen Kreuz Jackerath und Wanlo wegfallen und die A44 wird ausgebaut um vom Kreuz Jackerath den Verkehr über Kreuz Holz auf die A46 zu leiten. Diese wird ausgebaut um den Verkehr über Kreuz Wanlo wieder auf die A61 zu leiten.

Zu recht wird befürchtet, dass nun PKW und LKW Fahrer/innen ab Kreuz Holz weiter das Restliche Stück der A44 auf die Kölner Straße fahren und dann durch Odenkirchen (Wetschewell und Reststrauch) wieder bei der Auffahrt Wickrath auf die A61 auffahren.

Der vom Land vorgeschlagene Umbau der Autobahnen scheint geeignet den Verkehr durch die Stadt unnötig zu machen, gerade da die Strecke nur minimal länger ist, dafür aber keine Ampeln vorhanden sind und die Autobahnen gut ausgebaut werden. Trotzdem wird es drei Gruppen geben, die lieber die innerstädtische Route nehmen und damit für eine unzumutbare Belastung für die Anwohner/innen in Sasserath und Odenkirchen sorgen werden:

  • LKW Fahrer/innen, die durch die Innerstädtische Abkürzung vor allem an der Autobahn-Maut sparen.

  • PKW Fahrer/innen, die als Ziel Stadtteile in Mönchengladbach haben, also vor allem Leute die bisher in Rheydt oder Holt die A61 verlassen. Diese werden lieber nicht wieder auf die A61 fahren, sondern gleich durch die Stadt ihr Ziel anfahren.

  • PKW Fahrer/innen, die einfach überzeugt sind so den kürzesten, und somit schnellsten Weg zu nehmen. Also Leute mit guten Ortskenntnissen und wenig verständnis für die Belastung anderer durch den innerstädtischen Verkehr. (Stichwort: überzeugte „Schleichweg-Fahrer“)

Erschwerend kommt hinzu, dass schon jetzt viel LKW Verkehr diese Strecke nimmt, um zum Regiopark zu fahren.

Angedachte Lösung:

Derzeit wird öffentlich über eine etwa 4km Lange Entlastungsstraße nachgedacht, die südlich von Sasserath die Kölner Straße und die L39/L19 verbindet. Diese Straße soll dann den neuen Verkehr durch den Wegfall der A61 zur Auffahrt Güdderath leiten. Zusätzlich würde diese Straße auch das schon bestehende Problem mit dem Lieferverkehr Regio Park lösen.

Allerdings ist dieser Neubau lediglich eine Parallel Trasse, also eine Alternative zu dem Weg über die A46 – Kreuz Wanlo – Abfahrt Güdderath. Da die A46 aber so großzügig ausgebaut wird, ist eine Entlastung der Autobahn unnütz. Viel mehr sollte von vorne herein verhindert werden, dass egal welcher Verkehr unnütz innerstädtische Verbindungen nutzt. Der von Sasserath und Odenkirchen fern gehaltene Verkehr würde nur „hinten rum“ geführt und für weitere Flächenversiegelung sorgen. Im Extrem Fall würden sich an der neuen Straße neue Gewerbe ansiedeln und die Verkehrsproblematik weiter verschärfen.

Desweiteren würde die Gruppe der Autos mit Ziel Mönchengladbach nicht auf die Entlastungsstraße ausweichen, sondern weiterhin durch Odenkirchen versuchen ihr Ziel zu erreichen.

Deswegen kann es nur das Ziel sein, den ganzen Verkehr über die Route A46 – Kreuz Wanlo – Abfahrt Güdderath oder weiter auf der A61 zu lenken. Eine Abfahrt über Kreuz Holz auf der A44 zur Kölner Straße muss für alle die nicht direkt nach Sasserath oder Odenkirchen wollen uninteressant gemacht werden.

Lösungsansatz:

  • Der Bund muss zusehen, dass LKWs auf dem Stück von Kreuz Holz bis zum Kreuz Wanlo Maut frei fahren. Also dass auf der finanziellen Ebene die Anreize für die fahrt durch die Stadt wegfallen.

  • Umbau Kreuz Holz, so dass ein Auffahren bzw. Weiterfahren auf das letzte Stück A44 ein "Abfahren" darstellt. Sprich die Hauptwegeführung die Autos/LKWs wie selbstverständlich auf die A46 leitet.

  • Endwidmung der A44 ab Kreuz Holz bis Kölner Straße als Autobahn und Wandlung in eine "Innerstätische Straße" mit Tempo 50. Sie bleibt zwar gut ausgebaut, aber bei Tempo 50 macht es ihre Nutzung unatraktiver, ggf. müsste auch je eine Spur gesperrt werden, also einspurig je Fahrrichtung.

  • Wenn möglich schon auf dem Stück A44 ab Kreuz Holz bis Kölner Straße ein LKW Durchfahrtsverbot, sonst ein LKW Durchfahrtsverbot ab Kölner Straße in Richtung Sasserath.

  • Bau von drei Kreisverkehren auf der Kölner Straße, erster Marktstraße, zweiter beim Feldweg kurz vor Sasserath, dritter Einfahrt Sasserath (Kamphausener Weg). Diese dienen weniger als Kreuzungsersatz, sondern entschleunigen den Verkehr auf der Strecke, gerade für LKWs sehr unangenehm, so dass das Durchfahrtsverbot auch eingehalten wird. Es ist also der Ersatz für Bodenwellen, aber auf Bundesstraßen ein zugelassener.

  • Linksabbiegeverbot von Kölner Straße auf die L19 und in die Karlstraße. So werden die Auffahrten Güdderath und Wickrath für diesen Durchgangsverkehr genommen.