Ein ergänzender Beitrag zum deutschen Herbst
Freitag, 26. Oktober 2007

In Mönchengladbach-Odenkirchen wurde unter dem Straßenschild
Hanns-Martin-Schleyer-Straße eine Ergänzung angebracht:

„1931 Eintritt in die Hitlerjugend, ab 1.7.1933 Mitglied der SS, seit 1.5.1937 NSDAP-Mitglied, 1970 Eintritt in die CDU, ab 6.12.1973 Arbeitgeberpräsident“ 

Die LiLO ist der Meinung, dass dies eine notwendige Ergänzung zum Verständnis seiner Biographie ist.

Hanns-Martin-Schleyer wurde am 18.10.1977 von der RAF hingerichtet. Der individuelle Terror gegen den damaligen Arbeitgeberpräsidenten ist ein Teil der Geschichte von Hanns-Martin-Schleyer. Ein anderer Teil ist seine aktive Teilnahme am staatlichen Terror des dritten Reiches. Mitte der dreißiger Jahre sind von ihm Denunziantenberichte bekannt. Des weiteren aktive Hetze gegen Juden. 1943 übernahm er im Auftrag des SD-Chefs Reinhard Heydrich die Leitung des Präsidialbüros des ,,Zentralverbandes der Industrie für Böhmen und Mähren“ in Prag. Dort war er u.a. zuständig für die Rekrutierung von Zwangsarbeitern für die deutsche Wirtschaft. Ungeklärt ist sein Anteil an der Erschießung von 41 unbewaffneten älteren Männern, Frauen und Kindern am 6. Mai 1945, zwei Tage vor der Befreiung vom Faschismus.

Die Daten entstammen der Recherche von Bernd Engelmann für sein Buch „Großes Bundesverdienstkreuz mit Stern”. Auf die Frage, warum er gegen diese Veröffentlichungen nicht geklagt habe, erklärte Hanns-Martin-Schleyer gegenüber dem Stern: „Warum sollte ich klagen? Es stimmt ja alles.”

Die LiLO ist der Meinung, dass diese notwendige Ergänzung zum Straßenschild dauerhaft von der Stadt angebracht werden sollte.

Rolf Flören
Helmut Schaper

hanns-martin-schleyer-schild.jpg