Fatale Öl-Preis-Kopplung
Mittwoch, 9. Januar 2008

NVV-Gaspreiserhöhung

Mit einer Preissenkung und 20 EUR Bonus wurde den Gaskunden im Mai 2007 die Unterzeichnung einer Vertragsumstellung schmackhaft gemacht, die mit dem Tarif NEWgas eine Kopplung des Gaspreises an den Preis für Erdöl vorsah.
Für die Kopplung des Gaspreises an den Ölpreis gibt es jedoch keine reale Grundlage. Die Gewinnung von Gas in der Nordsee ist unabhängig von der Förderung von Erdöl am persischen Golf oder in Nigeria. Es ist eine Absprache der Konzerne, bei der Preisgestaltung so zu verfahren. Ziel der NVV war es offensichtlich, mit der vertraglichen Festschreibung der Kopplung Klagen dagegen zu verhindern.

Die LiLO hat vor der Unterzeichnung der Verträge gewarnt, weil aufgrund der bisherigen Entwicklung des Ölmarktes in der Regel immer mit steigenden Preisen zu rechnen ist. Zurzeit sind die Preise bei 100-Dollar pro Barrel. Tendenz steigend.
Im Januar hat die NVV nun die Preise erhöht. Die nächste Preiserhöhung wird zum 1.4.2008 erwartet.

Doppelter Gewinner sind die RWE. Sie verdienen aufgrund von Beteiligungen bei Gaslieferungen und auch noch aufgrund der 50%igen Beteiligung an der NVV. Doppelte Verlierer sind die BürgerInnen unserer Stadt. Zum einen, weil sie mehr zahlen müssen. Zum anderen, weil der Haushalt der Stadt bei EmpfängerInnen von Transferleistungen die Kosten der Unterkunft tragen muss. Hier machen sich dann die Preiserhöhungen für Heizungskosten auf Gasbasis bemerkbar.

Die LiLO fordert den in die Gremien der NVV gewählten Ratsmitgliedern, vor allen Dingen die von CDU und FDP auf, dafür einzutreten, dass diese skandalöse Preispolitik der NVV beendet wird. Es ist eine Form von Pharisäertum, im Rat über die Kostensteigerung bei den Sozialleistungen zu klagen und sie in der Praxis zu verursachen.
Und wer sich nicht länger an den Ölpreis fesseln möchte, der sollte den Anbieter wechseln. Unter www.atomausstieg-selber-machen.de/wechsel bzw. www.verivox.de werden preisgünstigere Anbieter aufgeführt.

Helmut Schaper