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Montag, 19. März 2018

"CDU (B)

Meine Meinung über die SPD, ich gestehe es, war nicht besonders günstig. Was mich an der Partei ärgerte, war der Name. Die CDU hat nie, jedenfalls nie ernstlich, behauptet, sie sei friedliebend, menschen- oder gar arbeiterfreundlich, demokratisch; sie hat nie den Eindruck erweckt, als sei ihr an der Konstituierung der Deutschen als einer fortschrittlichen Nation gelegen. Die SPD, die durch ihren ehrwürdigen Namen dauernd in den Verdacht kam, derartige Ziele zu verfolgen, musste dauernd mit Taten beweisen, dass sie sie nicht verfolgt. Daher hätte es, meinte ich, der SPD wohlgetan, wenn sie sich entschlossen hätte, ihren Namen zu ändern und sich neu zu benennen, etwa »CDU (B)«. Das (B) soll hier natürlich nicht Bolschewiki bedeuten, auch nicht, wie man eher vermuten könnte, Bourgeois, sondern einfach soviel wie: die andere CDU. Es kommt doch im Theater vor, dass ein Stück doppelt besetzt wird, jede Rolle mit zwei Schauspielern. Die eine Besetzung heißt die A-Besetzung, die andere die B-Besetzung. Damit ist ausgedrückt: es sind nicht dieselben Leute, aber sie spielen dasselbe Stück."

Dies ist KEIN Kommentar von DIE LINKE und dies ist auch NICHT von heute. Der Text stammt aus dem Jahr 1966 von Peter Hacks, Schriftsteller in der damaligen DDR, geschrieben am 15.5.1966 anlässlich eines von der SED vorgeschlagenen Redneraustausches, der aber letztlich nicht zustande kam.

 
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