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Menschenverachtende Unternehmensphilosophie bei Zalando in Mönchengladbach PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 24. Februar 2013

Unternehmensverwaltung und –planung nach höchsten Maßstäben – so wirbt  MyBrands Zalando Verwaltungs GmbH – eine 100%ige Tochtergesellschaft der Zalando GmbH, für ihr Unternehmen hier in Mönchengladbach. Was sich dahinter versteckt, lässt den neutralen Beobachter aber eher erschauern. So findet sich in einem Stellenangebot für einen Security Coordinator der Hinweis auf gewünschte kriminaltechnische Kenntnisse im REID-Interviewverfahren.  Dabei handelt es sich um eine von der Chicagoer Polizei entwickelte Fragetechnik, um Personen massiv unter psychologischen Druck zu setzen. Das Kriminologie-Lexikon merkt hierzu an: Bei der Vernehmungsmethode nach Reid handelt es sich aufgrund der aufgezeigten Schwachstellen und Kritikpunkte - sowohl aus rechtlichen als auch vernehmungspsychologischen Aspekten - um ein Vorgehen, das in Deutschland in ihrer Gesamtheit so nicht zulässig ist und eine Umsetzung in die polizeiliche Praxis unterbleiben sollte.

„Diese Praxis ist menschenverachtend und wird von vielen Sozialwissenschaftlern (u.a. Hermanutz, 2002; Volbert & Böhm, 2008) bezüglich ihrer wissenschaftlichen Evaluation der Lügensymptome und extremer Beeinflussung der Aussagepersonen scharf kritisiert. Zudem handelt es sich dabei um eine polizeiliche Praxis und man fragt sich dabei doch unweigerlich, wofür braucht ein Gewinn-Abschreibungsunternehmen wie Zalando polizeiliche Verhörmethoden“, wundert sich Mario Bocks, Bezirksvertreter in Mönchengladbach-Nord für DIE LINKE.

Auch Torben Schultz vom SprecherInnen Rat zeigte sich erstaunt und kritisierte das Unternehmen: „Wir wissen ja, das Zalando ein Abschreibungsunternehmen ist. Ein Unternehmen das ohne Gewinne arbeitet und somit als Steuersparmodell für Kapitalanleger  fungiert. Damit wird auch die die Gewerbesteuer, die bei Gewinn für die Stadt Mönchengladbach anfallen würde, umgangen, aber der Wunsch nach Kenntnissen von kriminellen Verhörmethoden bei Mitarbeitern zu formulieren, macht mich doch sehr nachdenklich. Ein Unternehmen sollte doch in der Regel bemüht sein, angehende Mitarbeiter zu motivieren und nicht mit im Raum stehenden abstrusen Verhörmethoden bei Unstimmigkeiten zu drohen. Bei, nach eigenen Angaben, teilweise bis zu 70 % Retouren von bestellter und versendeter Ware herrschen doch permanent Unstimmigkeiten in einem solch schlecht geführten Unternehmen.“

Weiter kritisiert DIE LINKE. Mönchengladbach, das auch die Entlohnung der zukünftigen Mitarbeiter des Unternehmens im Niedriglohnbereich für weitere Kosten bei der Stadt sorgen wird, da bspw. ein Lohn von 8,53 € einen Mitarbeiter mit Familie unweigerlich zum Aufstocken beim Jobcenter zwingen wird. DIE LINKE. sieht daher die Ansiedlung von Zalando als einem Unternehmen mit sehr zwielichtiger Unternehmensphilosophie für die Stadt Mönchengladbach sehr kritisch entgegen.


Update: Zalando hat die Stellenausschreibung nun geändert, hier die PM dazu.

 

 
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