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Identitäre in Mönchengladbach: Rassismus ohne Rassismus? PDF Drucken E-Mail
Sonntag, 16. Dezember 2012

Seit dem 6.12. hängen in ganz Mönchengladbach schwarz-gelbe Plakate der „Identitären Bewegung“. Das Logo dieser aus Frankreich stammenden Patriotischen Bewegung ist das „Lambda“ (Λ), der elfte Buchstabe des griechischen Alphabets. Mehrheitlich als Jugendbewegung wahrgenommen haben die „Identitären“ mit wenigen Flashmob Aktionen und einem viralen Marketing über die Sozialen Netzwerke inzwischen Europaweit Gruppen gegründet, eine jetzt auch in Mönchengladbach. Zum Konzept der nicht als Partei angelegten Bewegung gehört die Distanzierungen von Rassismus und das werben für einen „Ethnopluralismus“. Für DIE LINKE Mönchengladbach handelt es sich nur um eine neue Verpackung alter Rechter Ideologien, dem zeitig mit Aufklärungsarbeit entgegengetreten werden muss.

Mit Slogans wie „100% Identität, 0% Rassismus“ kommen die „Identitären“ harmlos daher, aber bei genauer Betrachtung gibt es große Schnittmengen mit der „neuen Rechten“. So bietet der Webshop der rechten Schülerzeitung „Blaue Narzisse“ Aufkleber und weiteres Material der „Identitären“ zum Selbstkostenpreis an. Und Autoren der rechten Zeitung „Junge Freiheit“ schreiben regelmäßig für die rechte Denkfabrik „Institut für Staatspolitik“ (IfS, Gründer Götz Kubitschek) über die „Identitären“. Doch neben der „Neuen Rechten“, fördern in den Sozialen Netzwerken auch die rechtsextremen Kameradschaften und die NPD den Hype um die „Identitären“.

Noch halten die „Identitären“ zwar öffentlich Abstand von so einer Vereinnahmung und schwören jeglichem Totalitarismus ab. Ohne tiefschürfende theoretische Aufsätze steht immer die Aktion im Mittelpunkt, so wurde Beispielsweise die Eröffnungsveranstaltung der „interkulturellen Wochen“ in der Frankfurter Zentralbibliothek gestört. Leute mit Scream-Maske und CD-Player stürmen für einige Minuten den Saal und hielten Schilder mit „Multikulti Wegbassen“ hoch.

Den „Identitären“ geht es nach eigener Aussage um den „Erhalt der ethnokulturellen Identität“ und um Werte wie „Tradition, Heimat, Familie, Kultur, Volk, Staat, Ordnung, Schönheit“. Und so wollen die „Identitären“ die „Deutsche Identität“ wieder in den Vordergrund rücken. „Doch wie sieht diese 'Deutsche Identität' aus?“, fragt  Torben Schultz vom SprecherInnenrat der Linken, „Es wird ein griechisches Logo verwendet und bei den Flashmobs wird auf Hardbass getanzt, ein Musikstil der aus Russland kommt. Das ist für mich erstmal wenig Deutsch.“

Und auch die Webseite der „Identitären“ hat keine Antworten auf die Frage nach der 'Deutsche Identität', vielmehr heißt es: „Wir lehnen die Geschichtsbücher ab und wollen unsere Identität selbst wiederfinden“.

Für Schultz macht diese Aussage deutlich, wie Geschichtsvergessen diese Bewegung agiert. „Es geht um Partypatriotismus, es geht um ein Event. Und so geht es bei der vermeintlichen 'Deutsche Identität' nur um die Ausgrenzung des Fremden und das Schüren von Ängsten“, meint Schultz und warnt: „Die Ideologie des Ethnopluralismus ist durchschaubar: Frankreich den echten Franzosen, Türkei den echten Türken, Israel den Juden und Deutschland eben den Deutschen. Es läuft auf eine Welt getrennt nach Kultur und Rasse hinaus. Und das ist eben entgegen aller Beteuerungen doch Rassismus!“

 
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