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Die Tötung von unschuldigen Zivilisten als Beförderungsgrund? PDF Drucken E-Mail
Freitag, 10. August 2012

"Das Streben nach moralischem Handeln ist das wichtigste Streben des Menschen",  befand Albert Einstein. Für die Bundeswehr scheint dagegen das moralische Handeln nicht zu existieren. Die Ankündigung der Bundeswehr, den für die Ermordung von über 100 unschuldigen Zivilisten in Kunduz verantwortlichen und umstrittenen Oberst Klein zum General zu befördern, stößt bei der Partei DIE LINKE. Mönchengladbach auf blankes Entsetzen.

Anscheinend befindet sich die Bundeswehr in einem desaströsen Zustand, wenn alleine die Entscheidungsfreudigkeit, unabhängig von der Richtigkeit und den Folgen einer Entscheidung, zur Beförderung in die Generalität ausreicht. Grundsätzlich als Kriterium für Beförderungen in der Bundeswehr sollten eigentlich verhältnismäßige Entscheidungen oder zumindest Entscheidungen nach Sachlage in Verbindung mit Kompetenz und Persönlichkeit sein. Das Bombardement in Kunduz auf Zivilisten, welches Oberst Klein persönlich angeordnet hatte, war selbst für Laien offensichtlich und erkennbar falsch und hat der Bundeswehr und dem Ansehen der Bundesrepublik schwer geschadet. Das unnötige töten von Kindern ist dabei ein nicht unerheblicher Fakt für eine dadurch zusätzlich heraufbeschworene Gefahr für mögliche Racheakte. Selbst Nato-Militärexperten haben diesen Angriff als „nicht nötig“ eingeordnet und in die Nähe eines Kriegsverbrechens gerückt.

Torben Schultz vom SprecherInnen Rat der Linken Mönchengladbach meint dazu: „Wenn schon eine hochgerüstete Bundeswehr mit angeblich ausgebildetem Führungspersonal nicht in der Lage ist, einen im Sand steckengebliebenen Laster mit den dazugehörigen Personen auszuschalten und festzusetzen, dann stellt das die Bundeswehr in Frage und ist zudem an Groteske nicht zu überbieten.“

Desweiteren hatte Oberst Klein gegenüber der ISAF-Leitstelle in der Nacht des Massakers an den Zivilisten nachweislich falsche Angaben gemacht, um die von ihm angeforderte Luftunterstützung zu erhalten. Die Bundeswehr selber hatte nach der Tragödie in Kunduz intern darauf eine Mitteilung verschickt, die Berichte des Obersts nicht zu aufklärerischen Zwecken zu verwenden. Seine Behauptung von einer ausgehenden unmittelbaren Gefahr für die Truppen und das deutsche Lager entsprach nicht den Tatsachen, da der im Sand stecken gebliebene Laster zu keinem Zeitpunkt eine unmittelbare Bedrohung darstellte.

Auch das Mitglied in der Landesarbeitsgemeinschaft FiP (Frieden und internationale Politik) der Partei DIE LINKE, Mario Bocks, stellt dazu fest: „Wenn man einen Luftangriff unter definitiv falschen Angaben durchführt und dabei 142 Menschen (Angabe aus dem Nato-Bericht) ums Leben kommen, darunter auch Kinder, dann ist eine Beförderung des Verantwortlichen im Zuge preußischem Untertanengeistes und aus alter „Tradition“ in der Bundeswehr eine unglaubliche Sauerei. Der Oberst hat eindrucksvoll bewiesen, dass er Krisensituationen nicht beherrscht. Warum er also General werden soll, ist nicht nachvollziehbar.“

DIE LINKE. unterstreicht weiterhin, u.a. auch  wegen der tragischen Kunduz-Affäre, ihre kompromisslose Forderung nach einem sofortigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan und verurteilt die Beförderung des Obersts auf das schärfste.

 
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