Home arrow DIE LINKE. MG arrow Pressemitteilungen arrow Menschenversuche stoppen!

DIE LINKE. MG

So erreichen Sie uns

Hauptstraße 2
41236 Mönchengladbach

Montag und Dienstag
14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Donnerstag und Freitag
10:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Montag und Freitag ist Sozialberatung

Weiterer Kontakt hier

Suche

Menschenversuche stoppen! PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 25. April 2012

138 Tote durch BAYER in Indien

Immer häufiger führen internationale Pharma-Konzerne ihre Medikamentenversuche in armen Ländern durch. So auch der BAYER-Konzern. Wie die Initiative Coordination gegen BAYER-Gefahren nun berichtet, locken dort eine große Anzahl an Probanden, unschlagbare Preise, schnelle Verfahren und eine mangelhafte Aufsicht der Behörden die Konzerne vor allem nach Indien. BAYER hatte ja bereits letztes Jahr einen Großteil seiner Aktivitäten wegen der strengen Auflagen hier in Europa und der Bundesrepublik nach Süd-und Mittelamerika verlegt (DIE LINKE. berichtete in einer Pressemitteilung).

Derzeit führen Novartis, Pfizer und andere Pharmaunternehmen etwa 1.900 Studien mit mehr als 150.000 Menschen durch. Diese Probanden sind extrem arm, schlecht bis gar nicht gebildet und lassen teilweise ihre Einverständniserklärungen von Dritten unterzeichnen. Die Gefahren sind daher oftmals den Probanden nicht bekannt und eine Überprüfung der Behörden findet dort kaum statt. Nach einem Bericht des indischen Gesundheitsministers sind in den letzten vier Jahren mehr als 1.700 Menschen ums Leben gekommen.

Bei den Menschenversuchen vom BAYER-Konzern sind in diesem Zeitraum 138 Versuchspersonen ums Leben gekommen. BAYER testet derzeit in Indien das Krebsmittel Nexavar, das Augen-Präparat VEGF und das Bluter-Medikament Kogenate. Versuche mit dem umstrittenen Thrombosemittel Xaretto, dem Potenzmittel Levitra, dem Diätetikum Glucobay, der Hormon-Spirale Mirena und dem Röntgen-Kontrastmittel Gadovist wurden unlängst eingestellt oder abgeschlossen. Eine Aufklärung, bei welchen Menschenversuchen dieser verschiedenen Präparate es zu den Todesfällen gekommen ist, bleibt ungeklärt. Einzig die Zahl der Todesopfer wurde durch das indische Gesundheitsministerium mitgeteilt. Die Hinterbliebenen wurden von BAYER mit 5.250 Dollar „entschädigt“. Mario Bocks, Landtagskandidat der LINKEN in Mönchengladbach ist schockiert: „Das ist ein Skandal und ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit, was BAYER da macht. Der Tod von Menschen wird hier einfach in Kauf genommen und mit einem lächerlichen Betrag von 5.250 Dollar Schweigegeld für die Angehörigen bezahlt. BAYER spart zwischen einer viertel und einer halben Milliarde Euro an diesen Menschenversuchen. Diese Billig-Studien müssen sofort gestoppt werden und BAYER muss dafür zur Verantwortung herangezogen werden. Wenn das in Indien nicht geht, dann hier in der Bundesrepublik. Wenn Deutsche im Ausland töten, muss man das doch auch hier verfolgen können!“

Dr. Chandra Gulhati, Partner der Coordination gegen BAYER-Gefahren beobachtet diese Entwicklung der Studien schon seit Jahren und befürchtet, dass die Dunkelziffer bei den Todesfällen erheblich höher ist, da die meisten Angehörigen noch nicht mal wissen, dass die Verstorbenen Teil einer Studie waren. Rohat Yildirim, Landtagskandidatin der LINKEN für Mönchengladbach-Rheydt ergänzt: “Neben Indien werden auch in Kolumbien, Pakistan, Moldawien und China Menschenversuche durchgeführt. Die Flucht vor den strengen europäischen Regeln für solche Studien in Ländern mit einer hohen Armutsrate muss durch einen dem europäischen Gesetz angeglichenen Standard unterbunden werden. Der BAYER-Konzern muss sich erklären.“

DIE LINKE. Mönchengladbach fordert einen sofortigen Stopp dieser Billig-Studien und eine Untersuchung dieser Vorfälle durch die zuständigen deutschen Behörden.

 
< zurück   weiter >