Home arrow DIE LINKE. MG arrow Pressemitteilungen arrow Eine Technik die nicht gegen Leichtsinn hilft, aber neue Gefahren schafft

DIE LINKE. MG

So erreichen Sie uns

Hauptstraße 2
41236 Mönchengladbach

Montag und Dienstag
14:00 Uhr bis 18:00 Uhr

Donnerstag und Freitag
10:00 Uhr bis 14:00 Uhr

Montag und Freitag ist Sozialberatung

Weiterer Kontakt hier

Suche

Eine Technik die nicht gegen Leichtsinn hilft, aber neue Gefahren schafft PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 25. Januar 2011

Am 24.01.2011 wurde der von Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner hoch gelobte "Digitale Radiergummi" aus der Testphase entlassen. Das System soll es Internet-Nutzern ermöglichen, ins Netz gestellte Bilder mit einem Verfallsdatum zu versehen und so den Datenschutz erhöhen. Doch was Aigner als "Höchster Datenschutz made in Germany" bezeichnet, ist für DIE LINKE Mönchengladbach nur ein weiteres, teuer bezahltes Tor zu mehr Überwachung ohne auch nur ein Stück mehr Sicherheit.

Kreissprecher Torben Schultz erläutert die neue Gefahr: "Zu jedem so 'geschützten' Bild, das irgendwo veröffentlicht oder weitergegeben wird, gibt es auf einem speziellen Server einen Key. Nur mit diesem Schlüssel und der entsprechenden Software kann das Bild wirklich betrachtet werden. Anders formuliert heißt das aber, dass ein Server im Internet über jedes dieser so 'geschützten' Bilder, dass ich mir anschaue informiert wird. So können exakte Bewegungsprofile erstellt werden. Stellen Sie sich doch mal vor, jede Verkehrsampel an der Sie vorbei kommen, würde nach Flensburg melden dass sie da waren, mit welchem Fahrzeug und wie lange Sie sich aufgehalten haben. So etwas in der Art ermöglicht dieser Radiergummi."

Weiter weist DIE LINKE darauf hin, dass ein wirkliches, endgültiges Verschwinden des Bildes nach dem Verfallsdatum nicht garantiert ist. Schon ein einfacher so genannter Screen-Shot ermöglicht es jedem Betrachter, eine Kopie des Bildes anzulegen. "Und für diese vorgegaukelte Sicherheit sollen die NutzerInnen auch noch zahlen. Von einer Bundesverbraucherschutzministerin erwarte ich, dass sie nicht Werbung dafür macht, sondern über die Gefahren aufklärt", sagt Schultz, "Frau Aigner sollte nicht die Firma X-pire fördern, sondern den bewussteren Umgang, mit dem nun nicht mehr ganz so neuen Medium Internet."

DIE LINKE Mönchengladbach fordert Frau Aigner auf, erst einmal die Datensammelwut der Behörden zu beenden, z. B. durch Abschalten des ELENA-Verfahrens. Auch dass die BürgerInnen der Weitergabe ihrer Daten durch die Meldeämter per Antrag widersprechen müssen, ist für DIE LINKE nicht hinnehmbar, dies müsse standardmäßig unterbunden werden. Natürlich sieht DIE LINKE auch, dass viele Menschen zu leichtsinnig Daten ins Netz stellen. "Doch hier kann nur Schulung und Aufklärungsarbeit helfen, denn gegen so machen Leichtsinn ist jede Technik hilflos", endet Schultz.

 
< zurück   weiter >