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Trotz Milliarden Strafe will Bayer Gen-Reis in Europa einführen PDF Drucken E-Mail
Montag, 15. November 2010

Der Konzern auf Monsantos Spuren?

Der Bayer-Konzern plant, trotz fehlender Zulassungen die Reis-Sorte LL62 in Europa einzuführen. DIE LINKE. Mönchengladbach hält dies für unverantwortlich.

Nachdem eingetreten ist, wovor unabhängige Initiativen und Gegner von genmanipulierten Nahrungsmitteln gewarnt hatten, nämlich das Auftauchen von gentechnisch verändertem Reis im gesamten Welthandel, hat die Konzernzentrale der Bayer AG Ende Oktober die Verantwortung für diese Ungeheuerlichkeit übernommen und eine halbe Milliarde Dollar für Entschädigungen der Landwirte aus ihrem Etat bereitgestellt. Umso empörender ist es, dass der Konzern aus Leverkusen an seinen Plänen zur Einführung gentechnisch veränderter Nahrungsmittel festhält. Es wäre das erste Mal, dass mit dem Liberty-Link-Reis (LL62) ein genverändertes Nahrungsmittel direkt auf dem Tisch der Konsumenten landen würde. Bisher wurde vor allem gentechnisch veränderter Mais und Soja für die Tiermast gezüchtet und eingesetzt. Angesichts der Tatsache, dass Reis für mehr als zwei Milliarden Menschen in Asien Hauptnahrungsmittel ist und viele Landwirte bisher ihr Saatgut selbst produzierten und ernteten, kann Mario Bocks, Mitglied der Gesamtfraktion im Rat der Stadt Mönchengladbach, nur angewidert erläutern: „Dann dürften die Landwirte in Zukunft ihre Ernte nicht wieder aussäen, weil der Patentschutz verletzt werden würde. Die Parallele zu Monsanto und ihrer „Terminator-Technologie*“, in deren Folge unzählige Landbesitzer weltweit sich  das Leben genommen haben, ist nicht zu übersehen. Der verfügbare herkömmliche Reis würde durch den Gen-Pool drastisch reduziert werden. Die langfristige Ernährungssicherheit eines großen Teiles der Menschheit wäre damit bedroht.“

In den Anbauländern, die sich aus klimatischen Gründen hauptsächlich in Asien und Südamerika befinden, besteht zudem die Gefahr von Vergiftungen durch Pestizide, hier insbesondere das mit dem Gen-Reis gekoppelte Herbizid GLUFOSINAT, das wegen der nachgewiesenen Gefahren für Anwender zu den 20 gefährlichsten Wirkstoffen zählt und dementsprechend natürlich keine EU-Zulassung hat. „Das kann doch nicht sein, das eine Firma ohne Zulassung Gen-Food produziert und dann dieses Produkt im weltweiten Handel auftaucht. Das ist aufgrund der Auswirkungen auf ungewollt gentechnisch veränderte Nahrungsmittel ja schon als ein Verbrechen gegen die Menschheit zu werten“, empört sich auch die Sprecherin des Kreisverbands DIE LINKE. Mönchengladbach, Sabine Cremer. „Obwohl bislang eine EU-Zulassung noch verhindert werden konnte, wird der Bayer Konzern sicher einen Weg finden, seine kriminellen Energien darauf zu verwenden, dass dieses nicht so bleibt.“, befürchtet Cremer.

DIE LINKE. Mönchengladbach wird den weiteren Verlauf der Aktivitäten des Konzerns kritisch verfolgen.


*Terminator-Technologie ist eine Methode der gentechnischen Manipulation. Sie bewirkt, dass Pflanzen keine keimfähigen Samen mehr hervorbringen. Den Pflanzen wird dazu ein Programm eingebaut, das den Embryo im ausgereiften Korn abtötet oder stark schädigt. Das gekaufte Saatgut keimt aus, die Pflanzen wachsen, doch die geernteten Samen sind steril. **Entwickelt wurde diese Technologie, um Landwirte dazu zubringen, jedes Jahr neues Saatgut zu kaufen (bevorzugt von Monsanto, die dafür an Landwirte Kredite ausgeben). Viele Bauern, die sich das nicht leisten konnten, begingen Suizid, da sie die Ernährung ihrer Familien nicht mehr gewährleisten konnten oder in große finanzielle Abhängigkeit von Monsanto gerieten und keinen Ausweg mehr sahen. (*Umweltinstitut München e.V., **Mario Bocks)

 
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