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Freitag, 27. August 2010

Unter dem Druck des angeblichen Sparzwangs wurde in Mönchengladbach ein Bäderkonzept verabschiedet, dass drei kleine Bäder in den Randbezirken schließt. Hauptsächlich bestimmt wurde dieser Beschluss von Auflagen aus Düsseldorf. Nun standen am Donnerstag dem 26.08. VertreterInnen aller Fraktionen im Odenkirchener Hallenbad und wurden über die Situation des aus Sicherheitsgründen geschlossenen Hallenbades informiert. Dabei ging es natürlich um Geld, aber viel mehr ging es um ein sofortiges, ein kurzfristiges oder um gar kein Aus für das Bad.

Die Zahlen und damit erreichbaren Ergebnisse waren schnell formuliert: Für 60.000 Euro ist das Bad nach Beschlussfassung in etwa sechs Wochen wieder wie bisher nutzbar, könnte aber auch aufgrund anderer Schäden einige Tage später wieder geschlossen sein. Für 1,6 Millionen wäre das Bad erstmal fast 1,5 Jahre geschlossen, würde dann aber noch etwa 20 Jahre gute Dienste leisten. Sogar der Hebeboden wäre dann wie nie zuvor nutzbar und im energetischen Bereich wären viele Verbesserungen möglich. Für diese Schätzung liegen zuverlässige Zahlen aus der fast baugleichen Sanierung des Bades in Giesenkirchen vor (genannte Zahlen sind netto zu verstehen).
Und auch klar wurde: Jeder Tag, den das Bad derzeit geschlossen ist, spart der Stadt Kosten, trotz anfallender Fahrtkosten für Schulschwimmen und ähnliches.

Für DIE LINKE Mönchengladbach ist klar worauf diese Fakten hinaus laufen. „Entweder wird das Bad früher geschlossen, als bisher vorgesehen, oder es muss zu einer grundsätzlichen Abkehr vom bisherigen Bäderkonzept kommen“, sagt Torben Schultz Mitglied im  Freizeit-, Sport-, Bäderausschuss. Und weiter: „Für DIE LINKE war es von jeher klar die Stadtteilstrukturen zu erhalten, dazu gehören auch alle kleinen Bäder. Diese sind für den Schulsport so wie für die älteren Menschen wichtig. Wir fordern die anderen Fraktionen jetzt auf, Mut zu beweisen und dem endgültigen Aus für das Bad Odenkirchen einen Riegel vor zu schieben.“

Für den Bezirksvertreter Süd, Hartmut Wessels, ein ausgebildeter Buchhalter, stehen die genannten Zahlen in einem völlig falschen Zusammenhang: „Da wurde schon seit über vierzig Jahren vergessen, das Eigentum der Stadt zu pflegen und jetzt wird über die Kosten geklagt? Das ist doch bei anderen Gebäuden wie den Schulen genau dasselbe. Wir können doch nicht erst alles verrotten lassen, um es dann aus angeblichen finanziellen Nöten dicht zu machen. Wir müssen die Verantwortung für unsere Gebäude übernehmen und auch bezahlen und zwar regelmäßig. Nur so werden wir auch der Verantwortung gegenüber den Menschen gerecht.“

Weiter geht Wessels darauf ein, dass Sport ein wichtiger Beitrag zur Gesundheitsvorsorge ist. „Gerade  junge Menschen leiden heute, wie diverse Studien belegen, unter Bewegungsmangel. Die Zahl der Nichtschwimmer ist in dieser Altergruppe erschreckend hoch. Für ältere Menschen ist gerade bei Erkrankungen des Bewegungsapparates der Schwimmsport ein wichtiger Hebel zur Gesundung bzw. der Prävention. Die sportliche Betätigung kann also erhebliche Folgekosten im Gesundheitswesen ersparen, dies darf in einer rein von Finanzen dominierten Diskussion nicht vergessen werden“.

Der Erhalt des Hallenbades kann auch ein wichtiger Beitrag zur Integration sein. So gibt es eine Gruppe von muslimischen Frauen, die das Odenkirchener Hallenbad nutzen, da dieses Bad keinen Einblick gewährt und damit den islamischen Moralvorstellungen entgegen kommt, was andere Bäder in der Stadt nicht gewährleisten.

Kopfschüttelnd verließ Martin Selt Mitglied im Planungs- und Bauausschuss das Treffen: „Zwar haben Gebäude keine Seele, aber sie dienen der seelischen und körperlichen Gesundheit. Wer am Erhalt solcher Gebäude spart, spart am falschen Ende – an den Menschen. Wenn wir jetzt nicht die Chance ergreifen, das rückgängig zu machen, dann verspielen wir die Zukunft eines ganzen Stadtteils.“

Für DIE LINKE Mönchengladbach ist eines klar: das Hallenbad Odenkirchen muss es uns Wert sein, jetzt muss das Bäderkonzept neu überdacht werden und dann auch den anderen kleinen Stadtteil-Bädern eine Chance eröffnen.

 
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