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Elektroautos sind kein Allheilmittel PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 28. Juli 2010

Aus der Nase, aus dem Sinn darf es nicht geben
Die NVV und RWE haben am 27.07.2010 ihre Pläne für ein "elektromobiles" Mönchengladbach vorgestellt. Dabei wurde das Elektroauto als ökologisch und zukunftsweisend dargestellt. Für DIE LINKE. Mönchengladbach dürfen jedoch die wenigen Vorteile der Technik nicht über die weiter bestehenden Nachteile hinwegtäuschen.
„Durch  Elektroautos wird in keinster Weise unser grundsätzliches Verkehrsproblem gelöst. Aber schlimmer noch, die Umweltbilanz, im Ganzen betrachtet, fällt erschreckend schlecht aus“, so Sabine Cremer, Mitglied im Umweltausschuss, „Elektroautos können nur punktuell eine sinnvolle Alternative zu herkömmlichen Verbrennungsmotoren darstellen, als Allheilmittel sind sie gänzlich ungeeignet.“

DIE LINKE. verweist auf den derzeitigen Strommix in Deutschland, je nach Quellen* kann von etwa 62% fossilen Energieträgern, 22% Atomenergie und 14% Erneuerbaren Energien ausgegangen werden. Auch wenn die Hersteller den Verbrauch oft mit um die 15 Kilowattstunden je 100 Kilometer angeben, haben viele Tests gezeigt, dass real mit 30  Kilowattstunden zu rechnen ist. Daraus entsteht dann eine CO2-Emission von 180 Gramm pro Kilometer und somit genauso viel wie bei einer Mittelklasse-Limousine. „Somit droht eine Verschiebung der Luftverschmutzung raus aus der Stadt, hin zu den Kraftwerken“, meint Cremer, „Aber ein aus der Nase aus dem Sinn darf es bei Umweltfragen nicht geben!“

Für DIE LINKE. ist auch der oft angepriesene Wirkungsgrad der Elektromotoren von etwa 90% reines Blendwerk, da dieser nur die Umsetzung des Stroms berücksichtigt. Jedoch erreichen von der eingesetzten Primärenergie weniger als 40% überhaupt die Steckdose (durchschnittlicher Wirkungsgrad deutscher Kraftwerke). Da ein moderner Dieselmotor 40% der Primärenergie im Kraftstoff in Bewegungsenergie umsetzt, ist hier der Vorteil der  Elektroautos auch dahin.
„Weiter muss auch die Umweltbelastung durch die Akkus berücksichtigt werden“, erklärt Cremer, „diese müssen nach 3 bis 5 Jahren erneuert werden. Für den Endverbraucher eine teure Angelegenheit und trotz Recycling eine weitere Umweltbelastung.“

Deswegen wird DIE LINKE. weiterhin in der Verkehrspolitik darauf drängen, dass der Ausbau des öffentlichen Personen Nah- und Fernverkehrs Priorität hat, sowie die Förderung des unmotorisierten Verkehrs. „Es muss darum gehen die Zahl der Autos auf unseren Straßen zu reduzieren und die insgesamt zurückgelegten Wegstrecken zu verkürzen. Nur das ist wirklich umweltfreundlich“, erläutert Cremer, „Dennoch wollen wir das Elektroauto nicht verteufeln, wenn es kein Atom- und Kohleauto wird, sondern konsequent aus zusätzlicher erneuerbarer Energie gespeist wird, kann es eine wichtige Ergänzung darstellen.“

 

* Hier verwendete Zahlen des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft) aus 2009:
Kohle 42,9%, Erdgas 12,9%, Sonstige (Öl, etc.) 6,8 % = ges. Fossile 62,6%
Atomenergie 22,6%
Erneuerbare Energien 14,8%

 
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