| Rheinische Post Mönchengladbach wittert Zensur! |
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| Donnerstag, 26. November 2009 | |
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Seit zwei Tagen hat die Lokalausgabe der Rheinischen Post – Mönchengladbach - ein riesiges Problem. Gabi Peters berichtet über ein „zensiertes Ehrenmal“ das im Jahre 1935 (!) entstand und im Foyer der katholischen Grundschule Waldhausener Höhe zu besichtigen ist – oder auch nicht. Das Mosaik zeigt zwei entschlossene Soldaten, einen mit geschultertem Gewehr, der andere mit aufgepflanztem Bajonett – um sie herum explodieren Granaten - und getreu dem Spruch (siehe dazu Karl Kraus „Die letzten Tage der Menschheit“) „Jeder Russ ein Schuss, jeder Britt an Tritt und jeder Franzos an Stoß“ verherrlicht man den Krieg, durch die Arbeit des Josef Höttgges, der auch sakrale Glasfenster gestaltet hat.
Als Unterschrift, die man schon vor 15 Jahren mit roten Balken „zensurierte“ ist der Refrain des Liedes „Soldatenabschied“ von Heinrich Lersch zu lesen:“ Deutschland muß leben, und wenn wir sterben müssen!“ Schon das scheint der RP Mönchengladbach sauer aufzustoßen, nun sollte man eigentlich wissen, dass dieser Arbeiterdichter Heinrich Lersch nach der Machtergreifung im Mai des Jahres 1933 in die Preußische Akademie der Künste berufen wurde. Lersch gehörte zu den 88 deutschen Schriftstellern deren Werke man nicht verbrannte und die im Oktober das „Gelöbnis treuester Gefolgschaft für Adolf Hitler unterzeichneten.
Nun hat die Stadt Mönchengladbach das ganze „Ehrenmal“ verhüllt, samt der Namen der im 1. und 2. Weltkrieg Gefallenen. Das erregt vor allem die Lokalredaktion der Rheinischen Post, die am 26.11.2009 nachlegt: „Ehrenmal schadet keiner Seele“ und man stellt fest, das die Gräueltaten die per Bildschirm vermittelt werden, bei weitem schlimmer wären, als dieses „Ehrenmal“ das Krieg, Völkermord und Faschismus samt der Toten zweier Weltkriege in einer katholischen Schule als „Soldatendarstellung“ vermittelt. „Als Kaiser Wilhelm II die Mobilisierung mit feierlich frommen Worten verkündete und den als aufgenötigt bezeichneten Krieg als einen Auftrag Gottes an die Deutschen erklärte, kannte die nationale und religiöse Verherrlichung des Krieges bei den Katholiken keine Grenze.“ (Zit. Richard von Dülmen –„ Der deutsche Katholizismus und der erste Weltkrieg“)
Ob man wohl in dieser katholischen Grundschule im Geschichtsunterricht nach 1945 dafür gesorgt hat, dass ein entsprechendes Geschichtsverständnis entsteht? Zensur ist ein Vorwurf, wie viel Zensur gab es eigentlich nach 1945 in dieser Stadt, als ein NS Bürgermeister wieder in den Stadtrat einzog? Kennen wir die vielen Ärzte dieser Stadt die geistig und körperlich Behinderte der Sterilisierung zuführten oder gar den Tod durch Euthanasie „verordneten“? Wo lesen wir denn was mit NS Beamten und NS Richtern geschah? Ist dieses „Wir haben von nichts gewusst“ nicht die schlimmste Verdrängung und Zensur einer Geschichte, die man nun mit einer „Ehrenmalzensur“ einer weiteren perversen „Erledigung“ zuführt ? Hier zum Abschluß das Gedicht des „Arbeiterdichters“ der, obwohl er im 1. Weltkrieg verschüttet war und schwer verletzt wurde, wohl nichts dazu gelernt hat:
Nibelung
Lass mich gehn, Mutter, lass mich gehn!
Wir sind frei, Vater, wir sind frei!
Uns ruft Gott, mein Weib, uns ruft Gott!
Tröste dich, Liebste, tröste dich!
Nun lebt wohl, ihr Menschen, lebet wohl! Heinrich Lersch 1914 Der Ruf der Stadt Mönchengladbach nimmt Schaden, wenn ihr zu diesem „Ehrenmal“ nicht besseres einfällt als eine „Verhüllung“. Das dies kein „Ehrenmal“ ist sondern ein Beweisstück der Verherrlichung von Militarismus und Nationalismus samt Menschenverachtung, scheint der „Zensurschreiberin“ Gabi Peters nicht in den Sinn, die Gesinnung zu kommen!. Dieter Braeg Teile des Textes Stammen aus der Wikipedia: http://de.wikipedia.org/wiki/Heinrich_Lersch http://de.wikipedia.org/wiki/Gel%C3%B6bnis_treuester_Gefolgschaft
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