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Dienstag, 8. September 2009

(Erklärung der Partei DIE LINKE zu der Erklärung des Chefarztes der Rheydter Kinderklinik Prof. Dr. Wolfgang Kölfen zu Kindesmisshandlungen in unserer Stadt)

DIE LINKE Mönchengladbach sieht die öffentliche Diskussion über den Zusammenhang von Vernachlässigung und Misshandlung, schwieriger Sozialstruktur und Handlungskonzepte der Kommune als ein Schritt in die richtige Richtung.

Helmut SchaperDie Veränderungen in der Arbeitsgesellschaft und der weitestgehende Wegfall der Generationenstruktur im Familienbereich haben im letzten Jahrhundert zu gravierenden Veränderungen geführt, auf die die Politik keine adäquaten Antworten gefunden hat. Die niedrige Lohnstruktur für Frauen in der Textilindustrie, die überproportionale hohe Arbeitslosigkeit nach Wegfall der Arbeitsplätze in diesem Bereich, die hohe Anzahl von HilfeempfängerInnen in unserer Stadt und eine wachsende Zahl von Alleinerziehenden, u.a. aufgrund einer hohen Scheidungsquote, sind Auswirkungen der Veränderung der Arbeits- und Sozialstruktur.

Die Politik hat seit dem Weggang des letzten Sozialdezernenten Dr. Buhlmann in unserer Stadt immer nur reagiert. Freiwillige Leistungen im Kinder- und Jugendbereich wurden aufgrund  der Finanzsituation gestrichen. Die Folgen dieser Politik mussten dann als Pflichtaufgaben der Kommune bezahlt werden. 42 Millionen EUR in diesem Jahr für die Jugendhilfe. Dieses Geld ist keine Investition in die Jugendhilfe, es ist sarkastisch gesprochen eine Schadensregulierung aufgrund von fehlender Vorsorge und Prophylaxe in diesem Bereich. Auf diesen Zusammenhang hat die Linke Liste im Rat der Stadt und die Partei DIE LINKE seit Jahren aufmerksam gemacht. Erst jetzt, nachdem über ein Jahrzehnt nur beklagen der hohen Kosten auf der Tagesordnung stand, hat der Rat ein Präventionskonzept verabschiedet. Ein Konzept aus unserer Sicht, dass Prävention als geeignetes Mittel anerkennt, jedoch nicht die Erziehungsberechtigten und die Kinder und Jugendlichen erreicht, um die es direkt geht.
Prävention im Jugendhilfebereich muss umfassend gesehen werden.

Als Hilfe für Eltern und vor allen Dingen Alleinerziehende benötigen wir eine Bedarfsdeckende Versorgung für Kinder ab 6 Monate. In diesem Bereich muss auch das Bildungsprinzip durchgesetzt werden.  Kinderkrippen und Kindergärten sind Orte der Bildung, des sozialen Lernens, des gemeinsamen Spielens und Entdeckens. Sie sollten ebenso wenig Geld kosten, wie der Besuch der Schule oder das Studium. Solange es keine flächendeckenden Ganztagsschulen gibt, benötigen wir ein pädagogisch betreutes Freizeitprogramm für Kinder und Jugendliche, dort wo sie wohnen oder sich aufhalten. Die aufsuchende Tätigkeit von pädagogischen Fachkräften als Hilfeangebot für werdende oder gewordene Eltern wäre eine weitere Maßnahme.

Die Kosten für diese vorbeugenden Maßnahmen sind im Bereich Bildung von Bund und Land zu tragen. Gegenüber dem Regierungspräsident muss deutlich gemacht werden, dass Folgekosten im Bereich Jugendhilfe die Stadt immer mehr in die Verschuldung treibt, während Investitionen in prophylaktische Maßnahmen zur Verhinderung von Misshandlung von Kindern, sozialen und emotionalen Störungen, körperliche Erkrankungen unsere Kinder schützen und den Eltern eine Hilfestellung geben.

Helmut Schaper

 
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