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Diskussion mit Michael Klarmann PDF Drucken E-Mail
Freitag, 3. Juli 2009

Rechtsextremismus in der Region: Diskussion mit Michael Klarmann
Die Szene verändert sich und setzt auf Erlebniskultur

Auf Einladung des Kreisverbandes der Partei DIE LINKE. referierte jüngst der Aachener Journalist Michael Klarmann vor rund 50 Bürgerinnen und Bürger im Haus Erholung.

Die rechtsextreme Szene sei eine relativ junge Szene, sie verändere sich und setze auf Erlebniskultur und rechte Rockmusik. Auftreten, Aktionsformen und Kleidungsstile sowie weitere Merkmale der autonomen Linken, werden übernommen.  Die im rechten Spektrum angesagte Ein-Mann-Band  „Division Germania“ komme aus Mönchengladbach.

Über die NPD-nahen  „Kameradschaften“  vernetzten sich auch Mönchengladbacher Gruppierungen mit einer Braunszene, die in die Kreisen Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen ihre Hochburgen habe.

Rechtsextremismus ziele auf die gewaltsame Umgestaltung der Gesellschaft in Richtung Nationalistischer Herrschaftsstaat. Rechtsradikalismus setze lediglich auf die Ausgrenzung von Minderheiten (Ausländer, Homosexuelle etc.), so der Referent Michael Klarmann. Ohne zelebrierte Feindbilder, wie Ausländer,  Muslime oder Homosexuelle hätten derartige Gruppen keine Chance.

Der südliche Niederrhein ist neben den sogenannten Kameradschaften  von Gruppen, wie „Volkssturm Rheinland“, der „Aktionsgruppe Rheinland“ und „Widerstand Meerbusch“ bestimmt. Auch hier gebe es Verbindungen zu Mönchengladbach.
Besonders makaber seien Kundgebungen gegen Kinderschänder. Auf Trans­parenten werde die Todesstrafe für „Kinderschänder“ gefordert. Klarmann stellte heraus, dass dies eigentlich nur eine Fassade für die Verbreitung rechts­extremen Gedankenguts sei. Ebenso sei diese Forderung angesichts der Verbrechen, die Nazis an Kindern begangen hätten, sehr zynisch.
Klarmann verwies mit Nachdruck, dass man das Bild des klassischen Skinhead bzw. „Bonehead“ mit Tätowierungen aufgeben sollte. Die rechtsextremistische Szene rekrutiere ihre Anhängerschaft nicht mehr nur unter den Modernisierungs­verlierern, sondern zunehmend in der Mittelschicht unter Gymnasiasten und Berufsschülern. Entscheidend für diese Szene sei es ein Zeitfenster zu nutzen, wo Rebellion und das Streben nach Erlebniswelten bei jungen Leuten vorhanden wäre.

Der Veranstalter zeigte sich zufrieden mit der Veranstaltung. Der Vortrag und die Diskussion habe gezeigt wachsam zu bleiben.

 
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