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Verraten und Verkauft? PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 9. Juni 2009

Immer neuere Details zum Opel Deal werden jetzt bekannt. So wollen z. B. Magna und Sberbank viel weniger Eigenkapital als bisher erklärt einbringen.

Zu den bisher bekannten Fakten nimmt Bernhard Clasen, Sprecher der Partei DIE LINKE. MG und Bundestagskandidat der Partei aus seiner Sicht als Übersetzer und Dolmetscher für Russisch und Kenner der Situation in den Ländern der ehemaligen Sowjetunion Stellung.

Verraten und Verkauft?

55 Prozent der Opel-Aktien sollen von der Allianz des Autozulieferers Magna, der russischen Sparkasse Sberbank und der Autobauer GAZ übernommen werden.
Wohin die Reise mit einer im Strudel der russischen Finanzkrise betroffenen „Sberbank“, dem selbst vor der Pleite stehenden Autobauer GAZ und einem Autozulieferer, dessen Umsatz sich im letzten halben Jahr halbiert hat, hingeht, bleibt abzuwarten.
Magna, Sberbank und GAZ greifen nun nach Opel Deutschland auch nach dem Besitz von General Motors in Russland und der GUS.

Vieles in diesem Deal bleibt unklar. Hier wurde eine Vereinbarung getroffen, die diesen Namen nicht verdient.

Der Chef der russischen Sperbank, German Gref, freut sich über das Schnäppchen. Der Einstieg bei Opel sei eine gute Chance „für einen außerordentlich niedrigen Preis einen der vom technologischen Gesichtspunkt her fortschrittlichsten europäischen Produzenten zu erwerben“ zitiert das Internet-Portal  „www.aktuell.ru“ am 31.5.2009 den Chef der „Sperbank“, German Gref.
Und die „Sperbank“, die laut Presseberichten 300 Millionen Euro für den Erwerb von 35% der Opel-Aktien aufbringen will, plant schon jetzt, so Sperbank-Chef German Gref auf dem St. Petersburger Wirtschaftsforum, den Verkauf ihres Aktienpaketes. An wen, das dürften die in dem Unternehmen Beschäftigten, ihre Familien und die interessierte Öffentlichkeit wohl als letztes erfahren.
Die russische Firma GAZ, so ein Firmensprecher der GAZ laut „www.aktuell.ru“, erhofft sich durch die Integration in das neue Opel-Konsortium die Chance, einmaliges Knowhow zu erlangen und seine Produktion auslasten zu können.
Klar ist lediglich eins: auf der Strecke bei all diesen „Deals“ bleiben die Abhängig Beschäftigten. Den neuen Besitzern werden erst einmal 8500 Jobs, darunter allein 2600 in Deutschland, geopfert werden. Die Produktionsstätte Bochum steht spätestens in zwei Jahren vor dem Aus.
Und der Autobauer soll, so das Memorandum, von wichtigen Märkten ferngehalten werden. Dort heißt es zwar, dass Opel weltweit PKW verkaufen darf. Doch gleichzeitig wurde auch vereinbart, dass dies nicht für die USA, für eine längere Frist nicht für Kanada und nur unter spezifischen Auflagen für China gelte. Derartige Einschränkungen sind tödliche Einschränkungen für einen PKW-Massenhersteller.

Vor diesem Hintergrund erklärt Bernhard Clasen, Russland-Experte und Bundestagskandidat der LINKEN Mönchengladbach:

„Das ganze Gerangel um Opel zeigt: Opel und die bei Opel Beschäftigten sind zum Spielball von Spekulationen verschiedener Konzerne geworden. Was hier die Beteiligten vor allem interessiert ist, wie sich am besten die Kosten des Unternehmens senken lassen. Die Interessen der Beschäftigten und ihrer Familien interessieren hier die Verantwortlichen am wenigsten. Der Weg in eine Umstrukturierung des Produktionsprozesses, um weitere Überproduktionskrisen zu vermeiden, wurde mit dieser so genannten Lösung verbaut“.

 
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