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Die Bundeswehr in Usbekistan und Afghanistan PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 13. November 2008

"Was macht die Bundeswehr in Usbekistan und Afghanistan?" fragte man sich bei der jüngsten Veranstaltung des Mönchengladbacher Linken Forums. Anlass der Veranstaltung war der jüngste Beschluss des Bundestages, das Kontingent der deutschen Soldaten in Usbekistan und Afganistan von 3500 auf 4500 Soldaten aufzustocken. Als Referenten hatte man den Sprecher der Mönchengladbacher LINKEN, Bernhard Clasen, eingeladen. "Deutschland schickt Truppen nach Usbekistan und Afghanistan, und interessiert sich überhaupt nicht für die Geschehnisse in diesen Ländern" kritisierte Clasen.

In Usbekistan unterhält die Bundeswehr nahe der usbekisch-afghanischen Grenze eine eigene Kaserne. Usbekistan, so Clasen, sei das totalitärste Land der ehemaligen Sowjetunion. In der Vergangenheit waren durch die Todesstrafe unzählige Menschen hingerichtet worden. Die Mütter der Erschossenen dürfen immer noch nicht erfahren, wo ihre Söhne begraben sind. Die Gräber der Hingerichteten sind Staatsgeheimnis. Der usbekische Dichter Jussuf Dschumajew ist nur einer von hunderten Gewissensgefangenen in Usbekistan, die unter unmenschlichen Bedingungen in Haft sind, gefoltert werden. Zwangsarbeit für Kinder ist in der usbekischen Baumwollindustrie gängige Praxis. Jedes Jahr müssen Schulkinder zwei Monate lange unter unmenschlichen Bedingungen und ohne Bezahlung von morgens bis abends auf den Baumwellfeldern Usbekistans die Baumwolle ernten. Vor diesem Hintergrund haben sich Firmen wie "C & A" entschlossen, keine Textilien aus usbekischer Baumwolle zu verkaufen.

Die Situation in Afghanistan ist nicht besser. Jeden Tag sterben unzählige Kinder wegen mangelnder Gesundheitsversorgung. Frauenrechtlerinnen werden bedroht. Die Gewalt der Taliban und NATO-Truppen verschärfe die Situation weiter. Hatten die alliierten Truppen zu Beginn ihres Einsatzes noch die Einsatzregel, nur dann die Waffen einzusetzen, wenn sie angegriffen wurden, erlauben die derzeit geltenden NATO-Regeln auch die Bekämpfung von sog. "Widerstandsgruppen".

Fazit: Die Bundeswehr ist derzeit aktiv in einen Krieg in Zentralasien involviert. Dass es bei diesem Einsatz nicht um Menschenrechte geht, so Clasen, zeige die intensive Zusammenarbeit von Bundeswehr und autoritärem Regime in Usbekistan.

Torben Schultz für das Linke Forum

 
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