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Cafe Pflaster: Der Standort ist richtig PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 7. Mai 2008

Erklärung der LiLO zur Standortdiskussion des Cafe Pflaster

Die LiLO hat in der Ratssitzung am 16.4.2008 für das Hilfeprojekt der Diakonie für verhaltensauffällige suchtkranke oder psychisch kranke Menschen aus der Wohnungslosenszene gestimmt. Des- weiteren hat sich die LiLO für den Standort Bruckner Allee 37 ausgesprochen. 

Die LiLO sieht nicht, dass der Ratsbeschluss wegen fehlender Anhörung der Bezirksvertretung Rheydt Mitte rechtswidrig ist, weil es sich hierbei um eine bezirksübergreifende, gesamtstädtische Maßnahme handelt. Eine Zustimmung oder Anhörung der Bezirksvertretung war von daher aus unserer Sicht auch nicht erforderlich.

Aus der Beschreibung des Hilfeprojektes geht schon hervor, dass es um Menschen aus der Wohnungslosenszene geht, um Menschen mit ausgeprägten körperlichen Beeinträchtigungen und psychischen und sozialen Folgeerscheinungen. Nicht jeder dieser Menschen ist drogenabhängig.
Die Bruckner Allee 37 hat eine historische Tradition. Als 1977 der Reha-Verein seinen Treffpunkt für psychisch kranke Menschen eröffnete, gab es auch eine Welle des Unverständnisses und der Empörung. „Wie kann man die Verrückten mitten in der Stadt frei rum laufen lassen“, so die oft geäußerte Meinung. Der vom Reha-Verein verfolgte Ansatz der Sozialpsychiatrie, die Integration von psychisch Kranken in die Gesellschaft statt verschlossen hinter Klinikmauern, hat im Laufe von 30 Jahren zu einer Akzeptanz und zu einer Überwindung der Vorurteile geführt. Mehr noch: Durch diese Arbeit wurden Folgekosten in Form von stationären Behandlungen vermieden, so dass die betroffenen Menschen und auch die Gesellschaft einen gegenseitigen Gewinn aus der Maßnahme hatten.

Bei der nun geplanten Anlaufstelle der Diakonie für Menschen aus der Wohnungslosenszene ist die Situation ähnlich. Die Befürchtungen: SchülerInnen werden durch diese Anlaufstelle den Gefahren und Versuchungen des Drogenkonsums ausgesetzt, das Wohnumfeld wird abgewertet, die Immobilienwerte sinken. Geschäftsleute beschweren sich, dass sie bezüglich des Standortes nicht gefragt wurden.
Für die LiLO steht nicht die Zustimmung von Geschäftsleuten zu einem Hilfeprojekt im Vordergrund sondern die Frage, ob es hier einen Personenkreis gibt, der der Hilfe bedarf und wo diese Hilfe gewährleistet werden kann. SchülerInnen sind mit oder ohne diese Anlaufstelle den Gefahren und Versuchungen des Drogenkonsums ausgesetzt. Der Personenkreis, der für diese Gefahren und Versuchungen verantwortlich gemacht wird, ist im Umfeld der Schulen anzutreffen. Auf dem Markt, am Marienplatz und auf der Stresemannstraße. Das sind die Schulwege der Kinder. Was mit dem Hilfeangebot erreicht werden soll, ist eine Anlaufstelle für diesen Personenkreis, damit diese Menschen nicht auf die Straße angewiesen und damit ihnen ein Hilfeangebot zur Bewältigung ihrer persönliche Problematik vermittelt werden kann.
Diese Menschen müssen dort abgeholt werden, wo sie sich aufhalten. Ansonsten wäre ein entlegener Bauernhof auf dem Land sicherlich die beste Anlaufstelle.
Die betroffenen Schulen könnten diese Anlaufstelle als Projekt des sozialen Lernens nutzen. Obdachlose schlafen nicht freiwillig und lustvoll unter den Sternen des Himmels. Vor allen Dingen nicht im Winter. Und drogenabhängige Menschen empfinden ihr Leben nicht als einziges Glücksgefühl, weil sie dauernd high sind. Jedes dieser Schicksale hat eine Geschichte, die zu dieser Problematik geführt hat. Das zu erlernen führt zu einem besseren Verständnis der Sucht als Erkrankung.

Das Aufsuchen dieser Anlaufstelle durch den betroffenen Personenkreis ist ein erster Schritt, um Hilfeangebote wahrzunehmen und darauf einzugehen. Auch hier hätten wieder beide Seiten einen Gewinn. Die betroffenen Menschen, weil sie sich angenommen fühlen, so wie sie sind, und die Gesellschaft, weil die Integration des betroffenen Personenkreises Folgekosten ersparen hilft.

Die LiLO ist der Meinung, dass die Diakonie die Chance bekommen muss, an diesem Standort vorurteilsfrei ihr Projekt zu beginnen. Wir sind davon überzeugt, dass nach einigen Jahren die geäußerten Vorurteile durch die praktischen Erfolge in der Arbeit widerlegt werden.

Helmut Schaper 

 
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