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Politische Erklärung des Kreisverbandes
„Die Linke“ Mönchengladbach
In Mönchengladbach hat sich
die Kreisorganisation der Partei „Die Linke“ konstituiert. Die neue
bundesweite Partei versteht sich als sozialistische Partei mit der
gesellschaftlichen Zielsetzung eines demokratischen Sozialismus. Sie
formuliert aufgrund der Gesellschaftsanalyse soziale Ideen neu und
trägt diese in die soziale Auseinandersetzung, die alternative
Positionen zum Kapitalismus mit einer sozialistischen Zukunftsidee
verbindet.
Die globalen und
gesellschaftlichen Verhältnisse verschärfen sich weiter. Die Schere
zwischen Arm und Reich wird immer größer, der Raubbau an den Ressourcen
von Mensch und Natur nimmt zu. Die gesellschaftliche und natürliche
Lebensgrundlage der Menschen wird immer mehr in Frage gestellt. Von
ihnen wird gefordert, sich den Interessen des Profites unterzuordnen.
Notwendig ist eine
gesellschaftliche Richtungsänderung. Nicht Gewinnmaximierung einzelner,
sondern soziale und ökologische Faktoren müssen Grundlage für alle
Entscheidungen sein. Das gesellschaftliche Handeln muss im Sinne des
Wortes von Hans Jonas* verträglich sein mit der Permanenz menschlichen
Lebens auf Erden. Für dieses Prinzip der Nachhaltigkeit steht „Die
Linke Mönchengladbach“. Ausgehend von ihrem Selbstverständnis wird sich
die Linke in Mönchengladbach im außerparlamentarischen und
parlamentarischen Bereich für diese Zukunftsfähigkeit einsetzen. Vor
diesem Hintergrund werden wir uns in folgenden Bereichen engagieren:
Armut in der Stadt wird zunehmend sichtbar.
Schlechte Zähne, mangelhafte Bekleidung, fehlendes Schulfrühstück, kein
Platz in der Ogata, erschwerter Zugang zu kulturellen Einrichtungen,
Einschränkungen im Freizeitbereich. Die Lebenssituation von
EmpfängerInnen von Hartz IV und Grundsicherung darf sich nicht mehr
durch Beschlüsse des Rates verschlechtern. Vorhandener Spielraum für
die sozialen Interessen muss genutzt werden.
In Zeiten, in denen Gewinnmaximierung oberstes Prinzip ist, bleibt die Menschenwürde meist auf der Strecke.
Wir werden nicht
zulassen, dass sich Rassismus und Rechtsradikalismus in Mönchengladbach
ausbreiten dürfen. Mönchengladbach muss eine Stadt sein, in der
Flüchtlinge und Migranten sich auf und angenommen fühlen. Zum Thema
Integration entsteht zur Zeit sehr stark der Eindruck, dass die Stadt
Mönchengladbach sich nur so lange Integration auf die Fahnen schreibt,
wie es die Stadt nichts kostet.
Prophylaxe statt Folgekosten.
Die
gesellschaftlichen Bedingungen führen zu Verwerfungen in allen
Lebensbereichen. Beispielsweise werden Konsumzentren errichtet und
Jugendliche und Obdachlose daraus vertrieben; die Verbreiterung der
Fahrbahn der Bismarckstrasse mit städtischen Geldern führt zur
Vertreibung der Fußgänger und Radfahrer aus dieser Strasse. Die
Folgekosten dieser und anderer Konzepte der Stadt im Bereich Kinder-
und Jugendhilfe, Kosten des Autoverkehrs, Kosten der Unterkunft und
weiterer sozialer Leistungen führen dazu, dass der finanzielle
Handlungsspielraum des städtischen Haushalts gegen „Null“ tendiert. Wir
brauchen die Umkehr in der Kommunalpolitik von der Zahlung von
Folgekosten hin zur Förderung prophylaktischer Maßnahmen.
Stadtentwicklung steht für den Einklang von Arbeit, Wohnen, Erholung und Einkauf.
Im Gegensatz
dazu steht die Durchsetzung der Oberzentrumsideologie, die verbunden
ist mit der Schaffung von Voraussetzung für die Ansiedlung von ECE,
Flughafen und der Durchsetzung der Autovorrangpolitik.
Kommunales Eigentum.
Das Prinzip
„Privat vor Staat“ ist die Verkleisterung der Verschleuderung von
kommunalem Eigentum und der Aufhebung der demokratischen Mitgestaltung.
Demokratisch gewählte Gremien haben keine Einflussmöglichkeiten mehr.
Die kommunale Daseinsversorgung in den Bereichen Energie, Wasser,
Bildung, Kultur, Gesundheit und Wohnen muss erhalten oder durch
Rekommunalisierungsmaßnahmen wieder hergestellt werden.
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